1912_urgroßvater_hermann rudorf
1917_urgroßvater_hermann rudorf

1912 und 1917
urgroßvater väterlicherseits
hermann rudorf
*1862   †1925

familie

mein urgroßvater hermann rudorf (ausbildung an der kunstgewerbeschule dresden und an der malschule von schultze-naumburg und gogarten in münchen) war als professor am realgymnasium in plauen tätig und vorstandsmitglied des kunstvereins plauen. seine gemälde werden noch immer an und ab bei kunstauktionen aufgerufen.
    mein großvater wolfgang rudorf verantwortete als oberstadtbaurat in hof zahlreiche projekte. seine städtebaulichen konzepte und viele der öffentlichen gebäude waren architektonisch anspruchsvoll. um so bedauerlich ist es, dass heute spuren seines wirkens kaum mehr auffindbar sind.
    mein vater horst rudorf und sein bruder heinz studierten architektur bei hans döllgast und robert vorhoelzer an der technischen hochschule münchen. beide haben sich als architekten in hof und umgebung neben öffentlichen bauwerken vor allem im evangelischen kirchenbau profiliert. die markante, von meinem vater 1967 entworfene christuskirche in dürrenwaid steht heute unter denkmalschutz.
    auch mein bruder wolfgang max rudorf studierte architektur (technische univesität berlin und massachusetts institut of technology MIT). er lehrt als associate professor an der rhode island school of design RISD.

schon seit kindesbeinen wolltes ich das malen zu meinem beruf machen. der hier kurz dokumentierte zugang meiner familie zu kunst und architektur war eine gute voraussetzung diesen weg zu gehen. besonders meinem vater bin ich für sein großes verständnis und seine förderung dankbar.

1949_wolfgang und marianne rudorf
1952_olga und dr. max rahm

1949
großeltern väterlicherseits
wolfgang rudorf 
*1890   †1956
marianne rudorf (geb. lißner)
*1902   †1982

1952
großeltern mütterlicherseits   
dr. max rahm
olga rahm (geb. wanders)

1937_elternhaus

1937
elternhaus   
wie es mein großvater mütterlicherseits,
dr. max rahm, mitte der 20er jahre hat erbauen lassen

1953_standesamt_horst und gisela rudorf
1962_hermann rudorf

1953
standesamt   hof
eltern mit ihren vätern

1962
selbst im alter von 6 jahren

1991_horst rudorf
1991_gisela schwender

1991
vater   
horst rudorf
*1929   †2011

1991
mutter       
gisela schwender (geb. rahm)
*1929   †2010

1995_geschwister rudorf

1995
im kreis der geschwister
von links nach rechts   wolfgang, gisela, jochen

vor dem studium

im juni 1975 erhielt ich nach 13 schuljahren das zeugnis der allgemeinen hochschulreife. von der 5. bis zur 13. klasse war rolf burchard mein kunsterzieher. rolf burchard, zum kriegsende aus ostpreußen geflüchtet, seit 1952 am schiller-gymnasium hof tätig, war ein künstler der 'alten schule' und ein mensch mit kluger weitsicht. ich habe ihm viel zu verdanken.

nach dem abitur trieb es mich erst einmal in die welt hinaus und so machte ich mich mit meinem damaligen bandkollegen gerd gottschild (gerd spielte schlagzeug, ich gitarre) auf eine abenteuerliche, sechswöchige reise. mit einem alten peugot 504 durchquerten wir das ehemalige jugoslawien, in griechenland erkundeten wir die kulturstätten auf dem peloponnes, fuhren weiter bis athen und setzten von dort mit der fähre nach izmir über. schließlich erreichten wir istanbul, den endpunkt unserer reise. zurück ging es über bulgarien, rumänien und ungarn.

im herbst 1976, nach dieser zeit der 'großen freiheit', folgten die obligatorischen 15 monate wehrdienst, in meinem fall als kradmelder (und rechnungsführergehilfe) im feldjägerbataillon münchen. abiturienten wurden dort mit vorliebe nach der grundausbildung in die 2. kompanie gesteckt, die 'kampfkompanie'. wir verbrachten mehr zeit auf allen möglichen truppenübungsplätzen deutschlands als in der kaserne. über ein jahr lang mit grundverschiedenen menschen auf engem raum zu leben und mehr oder weniger 'geistreichen' befehlen zu folgen war eine besondere, durchaus prägende erfahrung.

meine erste, abschlägig beschiedene studienbewerbung an der akademie der bildenen künste münchen führte mich zu einer nachbesprechung bei prof. günter fruhtrunk. er begrüßte mich mit der frage was ein kleiner mathematiker bei einstein zu suchen hätte? ...!

nach soviel 'zuspruch' lag es nahe zunächst ein kunstbezogenes praktikum zu absolvieren. durch vermittlung eines jugendleiters beim cvjm hof öffnete sich die tür zum atelier von benedikt werner traut. 1934 als sohn des architekten jakob traut in köln geboren, trat er1957 der christusbruderschaft selbitz (evangelischer orden) bei. in den 70er jahren studierte er an der damalig staatlichen hochschule für gestaltung nürnberg bei hans fick (u.a der urheber des addidas-logos). im anschluss an die studienjahre prägte benedikt werner traut das grafische erscheinungsbild der christusbruderschaft. davon unabhängig fertigte er in seinem atelier großflächige holz- und linolschnitte an, die dann in kleiner auflage an einer antiken kniehebelpresse gedruckt wurden. er unterwies mich in allen arbeitsschritten die ein großes maß an präzision und disziplin erforderten... und er lenkte meinen weg in die studienrichtung gestaltung.

rolf burchard
benedikt werner traut

© hedwig burchard

rolf burchard
*1914   †1983

© unbekannt

benedikt werner traut   
*1934   †2016

studienjahre in nürnberg

nach erfolgreicher bewerbung und bestandener aufnahmeprüfung an der fachhochschule für gestaltung nürnberg begann meine akademische ausbildung. vor allem die fächer zeichnen (aktzeichnen), typografie und fotografie schlugen mich in ihren bann, verstärkten aber auch meine sehnsucht nach einem 'freieren' umgang mit diesen disziplinen. nach vier semestern (okt. 1977 - okt. 1997) schloss ich die vorprüfung in12 fächen mit einem Notendurchschnitt von 1,6 ab. sicherlich hätte ich das gestaltungsstudium fortsetzen und meinen weg als gestalter gehen können, aber mich drängte es zur malerei. so wagte ich den studienwechsel. 
  

endlich, nach vermeintlichen umwegen erreichte ich mein ursprüngliches ziel: ein kunststudium. zum wintersemester 1979 wurde ich an der akademie der bildenen künst nürnberg (adbk) aufgenommen und wählte gezielt die klasse von professor ernst weil.
    die von sep ruf  entworfene und zwischen 1954 und 1956 errichtete adbk nürnberg war und ist noch heute, auch nach der baulichen erweiterung im jahr 2013 (hascher jehle architektur), ein ganz besonderes, ein bestechendes bauensemble, großzügig und gleichzeitig intim. in einer mit alten birken und kiefern bestückten parklandschaft gleich hinter dem tiergarten gelegen, glich die adbk damals einer enklave der kunst, abgeschieden von, und geschützt vor der 'wirklichen' welt. das hatte vor- und nachteile, aber die vorteile überwogen: der nahezu ablenkungsfreie fokus auf die sache selbst.
    die jahre bei ernst weil (fünf semester von okt. 1979 bis märz 1982) waren zweifelsohne die prägenden jahre. von 1957 bis 1965 als maler in paris lebend, brachte ernst weil mit seiner berufung an die adbk (zum wintersemester 1965) auch die nouvelle école de paris mit nach nürnberg. wir student*innen profitierten enorm von seinem erfahrungsschatz, denn paris war noch in den ersten zehn nachkriegsjahren der nabel der kunst. was damals in frankreich diskutiert wurde, die spielarten der abstraktion bis hin zum tachismus, aber auch noch die écriture automatique, hatte weil hautnah miterlebt.
    sein atelier war nur durch einen kurzen gang von unseren gemeinschaftsateliers getrennt. ernst weil war nahezu täglich präsent, er arbeitet an eigenen bildern und nutze die pausen für stippvisiten bei uns. dann wurde über just an den staffeleien entstandenes oder über 'gott und die welt' diskutiert, immer respektvoll, welterfahren, humorvoll und kollegial. bei den wöchentlichen klassenbesprechungen wurde allerdings mit härteren bandagen gekämpft, unsere bilder vor dem hintergrund der kunstgeschichte zerpflückt und auf eigenständigkeit untersucht. für mich, der aus der ecke des etwas sponaneitätsarmen gestaltens kam, waren die auseinandersetzungen anfänglich eine große herausforderung. ich musste mich 'häuten', in einer 'neuen welt' aufwachen. diesen häutungsprozess verdanke ich ihm, ernst weil hat mich in die welt der malerei geführt.

erwähnt sei hier auch eine internationale ausstellung, veranstaltet  1981 von den museen der stadt köln: westkunst. diese ausstellung war für mich eine offenbahrung. was dort in konzentrierter form und höchster qualität gezeigt wurde war sensationell.

1937_elternhaus

2020
akademie der bildenden künste   nürnberg
1954 - 1956 nach einem entwurf von sep ruf errichtet
aula mit verbindungsgang, bibliothekstrakt                

prof. ernst weil
ernst weil_1972/15_schlucht_147 x 97 cm

© unbekannt
nachlass ernst weil

1972
prof. ernst weil
*1919   †1981

ernst weil
abstraktion in nürnberg
bis 13. sept. 2020
kunstvilla nürnberg

© frank altmann
nachlass ernst weil, gregor hiltner

ernst weil
1972/15   schlucht
öl auf leinwand   147 x 97 cm
sammlung gregor hiltner

1980_klassenbesprechung_ernst weil

© herbert voll / nürnberger nachrichten

1981
adbk   nürnberg
klassenbesprechung bei ernst weil

erste ausstellung 

aus diesen studienjahren sind nahezu keine bilder erhalten, sie waren nicht schlüssig. dennoch wurde 1980 meine erste einzelausstellung im hofer galeriehaus eröffnet. werner weinelt, gastronom und musiker, betrieb sein galeriehaus als kneipe und als plattform für musiker*innen und bildende künstler*innen. weinelt war in der region eine kulturelle instanz! zu dieser zeit experimentierte ich mit druckfarben auf chromoersatzkarton, einige arbeiten zeigten ein akzeptables ergebnis. die rezension von ralf sziegoleit, bis 2007 verantwortlicher redakteur für das resort kultur der frankenpost, ist hier nachlesbar. ralf sziegoleit schrieb im laufe der jahre nahezu 20 rezensionen zu meiner kunst. 2020 ist von ihm ein lesenswertes buch über die kunstszene in der stadt und im landkreis hof von 1945 bis 2019 erschienen (ralf sziegoleit was macht die kunst isbn 978-3-9818668-2-7).

1980_rezension_ausstellung im galeriehaus_hof

rezension vom 28. febr. 1980  ralf sziegoleit   frankenpost

1992_werner weinelt

1992
vor galeriehaus   hof
links   werner weinelt
*1937   †2017

1988_ralf sziegoleit

1988
galerie 48   hof
rechts   ralf sziegoleit

studienjahre in berlin

meine letzten 'lehrjahre' an der hochschule der künste in berlin, wohin es mich nach dem unerwarteten tod von ernst weil gezogen hatte, waren von anderer natur. in der von mir gewählten klasse dominierte ein anderer habitus, eine andere lehre. helmut sturm, mitglied der gruppe spur, befand sich im 'probemodus' für eine professur (die er später dann in münchen erhielt), und sein nachfolger, allen jones, ebenfalls gastprofessor, flog einmal im monat für drei tage aus london ein. die intensive auseinandersetzung mit bildsprachen war anderen diskussionen gewichen.
    aber diese jahre waren im rückblick eine gute zeit. das war vor allem der präsenz meines freundes und kommilitonen martin strauß zu verdanken. martin strauß, aus der malklasse weil mit nach berlin gezogen, war auf alles neugierig, unvergleichlich intellektuell, originell und ...urwitzig.

1983_martin strauß

1983
hdk   berlin
links   martin strauß

in der alten heimat

nach dem abschluss als meisterschüler (1983) an der hdk berlin folgten sechs bewegte jahre in der alten heimat hof, die 'café-marie-zeit'. in monatelanger arbeit, von meinem freund karl neumüller und mir in einem mietobjekt im stadtzentrum erbaut, war das café vom tag seiner eröffnung an (okt. 1985) als kultkneipe etabliert. eine unvergessene zeit mit ausgedehntem freundeskreis und vielen festen. nach vier betriebsjahren ging das café marie in die treuen hände von nana damasceno über.

1987_café marie_seppelfest
1987_café marie_fasching
café marie

café marie

1987 seppelfest
1989 fasching
ab 1990 unter nana damasceno

galerie 48

parallel zur "café-marie zeit" konnte ich in der ludwigstraße 48 ein großes atelier mit galerieräumen anmieten, die galerie 48. ausstellungen der malerei der kollegen günter walter (dez. 1988), wlodzimierz zakrzewski (sept. 1989) und horst hirsig (okt. 1989) standen auf dem programm. zur eröffnung der galerie im okt. 1988 zeigte ich eigene arbeiten. die einladungskarte und das plakat lockten auch den berliner galeristen michael schultz nach hof. er zollte der qualität dieser ausstellung seine anerkennung, was mich damals sehr ermutigte.
    in jenen jahren war hof kulturell sehr gut aufgestellt, vieles begleitet oder initiiert von der hofer stadtverwaltung in der ära des kulturreferenten dr. friedbert braun von 1975-1993.


1998_rezension_austellung galerie 48_hof

rezension vom 20. oktober1988  ralf sziegoleit   frankenpost

1989_rudorf_austellung galerie 48_hof

1988
galerie 48   hof

1988_prof. horst hirsig_galerie 48_hof
1989_prof. eugen gomringer_galerie 48_hof
1989_gabriele büttner_galerie 48_hof

1988
galerie 48   hof

prof. horst hirsig   *1929   †2019
prof. eugen gomringer   *1925
meine frau gabriele büttner und ich bei der galeriearbeit

bildfindung

in den jahren des malens im hofer atelier kristallisierten sich die zwei themengruppen meiner bilder heraus. ich folge ihnen bis heute. ausgangspunkt war die landschaft. prof. horst hirsig hat in einer rede, 1988 in der galerie 48 gehalten, dazu gesagt: ...und eben da, lieber hermann rudorf, ist für mich auch die antwort nach der geheimen vision ihrer bilder. dass sie so gut gemalt sind, da stimmt jeder millimeter, dass es nicht um baum und strauch geht, das habe ich schon gesagt. es geht in ihren landschaftsbildern um die faszination von erde und himmel und die nahtstelle ihrer scheinbaren berührung, es geht um den horizont und seine überwindung.
    der horizont und seine überwindung, diese fünf worte bringen meine künstlerische intention auf den punkt. sie gelten im übertragenen sinn auch für meine bildnerische annährung an die figur (und später an das thema stilleben).
    landschaft, figur, objekte, rechne ich zu den gegenstandbezogenen bildern. die andere themengruppe hat keinen unmittelbaren bezug zur erfahrbaren realität. Sie konzentriert sich auf die interaktion der reinen form und farbe im raum.
    das bildnerische arbeiten thematisch nicht einzuengen ist mir bis heute wichtig geblieben. thematische einengung mag für den schnellen wierdererkennungswert von autorenschaft vorteilig sein. wichtiger erscheint mir aber die entwicklung einer stringenten bildsprache, die unabhängig vom zeitgeist einer universellen gültigkeit folgt, die auch und besonders eine persönliche haltung zum ausdruck bringt. so bedeutet bildfindung auch selbstfindung.
    Diese erkenntnis war das resultat meiner studienjahre, deren erste früchte in die zeit des malens im hofer atelier fielen.

ende 1989, im jahr des mauerfalls, ging meine 'hofer zeit' zu ende.

rudorf_schlüsselbilder_1988-1989_1
rudorf_schlüsselbilder_1988-1989_2
rudorf_schlüsselbilder_1988-1989_3

schlüsselbilder 1988 - 1889

usa

nach der 'hofer zeit' folgten sechs monate usa. ausgangspunkt war die familie meines bruders wolfgang in boston. die absicht war in den usa eine neue heimat zu finden, was sich allerdings aufgrund der strikten einbürgerungsbedingungen als schwierig erwies. zusammen mit meiner frau, die für einen urlaub gekommen war, durchreisten wir mit einem gekauften alten ford station wagon die staaten der ostküste bis nach florida, weiter bis kalifornien und kehrten über den mittleren westen nach boston zurück, 9000 meilen in knapp sechs wochen. anschließend erkundete ich allein für mehrere wochen nach new york, begab mich auf galerien- und ateliersuche ...nicht sonderlich von erfolg gekrönt. zurück in deutschland reiste ich mitte 1990 ein zweites mal nach usa um in new york zwei große bilder, die sich die m-13 gallery von howard m. scott vorab hat schicken lassen, wieder abzuholen.

die eindrücke von new york habe ich in den jahren 2003/04 in einer bilderserie umgesetzt. 

märz 1990_unterwegs in usa

märz 1990
new jersey
selbst vor motel mit ford station wagon

märz 1990_unterwegs in usa

2003_17477.1   ny
öl auf leinwand   170 x 250 cm   privatbesitz

berlin

der entschluss meiner frau und mir stand fest: berlin sollte unser neuer Standort werden. im ostteil der stadt fand sich bald unmittelbar hinter dem reichstag ein kleines atelier in der clara-zetkin-straße (heute dorotheenstraße). im gleichen haus betrieb der galerist klaus brennecke seine neu gegründete galerie, die damals noch pro art galerie hieß. dort hatte ich im sept. 1991 meine erste berliner einzelausstellung. der galerist brennecke, damals ein großer verehrer der kunst von jackson pollock und verfechter der gegenstandsfreien und abstrakten malerei, stellte meine bilder insgesamt sechs mal aus, zuletzt 2002 am aktuellen standort in der mommsenstraße.

1991_pro art galerie_klaus brennecke

© hermann kauper

1991
pro art galerie
rechts   klaus brennecke

atelier kopenhagener straße

es zeichnete sich ab, dass das kleine atelier im ehemaligen postscheckamt 90 in der clara-zetkin-straße früher oder später hätte aufgegeben werden müssen. das gebäude sollte zukünftig vom deutschen bundestag genutzt werden. so machten sich mein kollege und ateliernachbar michael ufer (*1952   †1994) und ich 1992 gemeinsam auf ateliersuche. gefunden haben wir einen besonderen raum in prenzlauer berg in der kopenhagener straße mit ausschicht über die gleise der berliner ringbahn. das los musste darüber entscheiden wer einziehen durfte, die geworfene münze fiel glücklicherweise zu meinen gunsten.
    dieser raum von zirka 80 mwar seit 1953 die werkstatt der notenstecherei rudolf paris. in den letzten 10 jahren vor der wende, bis nov. 1990, arbeitet dort der letzte berliner notenstechermeister hans-joachim paris nahezu allein. 1991 wurde das gesamte inventar vom deutschen technikmuseum erworben, der raum selbst sorgfältig von clemens kirchner fotografisch dokumentiert. frau kerstin wallbach hat eine sehr informative ausstellung zu paris kuratiert und online gestellt.
    zum zeitpunkt meines einzugs hatte im parterre und ersten stock die tischlerei vogt ihre werkstatt, eine treppe höher der maler gerhard hillich (*1944   †2000) sein atelier. hillichs wunderbar skurriles werk (gerhard hillich isbn 3-931836-76-2) wird bis heute nicht im verdienten maß gewürdigt!

zehn jahre künstlerischer arbeit in diesem raum lagen nun vor mir.

atelier_prenzlauer berg_berlin_außenansicht
atelier_prenzlauer berg_berlin_treppenaufgang

atelier
kopenhagener straße
1992 - 2001

treppenaufgang zum atelier

schlüsselbilder_192 - 2001_1
schlüsselbilder_192 - 2001_2
schlüsselbilder_192 - 2001_3

schlüsselbilder 1992 - 2001


seiteninhalt im aufbau